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HPN-Rahmen:
Der bestellte Rahmen wurde Ende Februar 2005 von HPN geliefert.
Es handelt sich um einen KIT-Rahmen der "HPN-Sport", d.h.
nur der nackte Rahmen mit
Verstärkungen und dem geänderten Lenkkopfwinkel.
Dazu die gekürzte Kardanwelle der R 1150 GS, den Adapter, der die 1150er
Kardanwelle
an den Getriebeausgang der R 100 GS anflanscht, und den
Federbeinhalter.
Und als besonderes Schmankerl, die HPN-Rallye-Nabe für´s
Hinterrad. Aus dem vollen
gefräst, somit leicht und stabil !
Zum Aufbau des HPN-Rahmens ist aus meiner Sicht noch einiges zu
sagen:
Dieser entstand aus der Notwendigkeit, mit einem eher weichen BMW-Rahmen,
eine Rallye
wie die Paris-Dakar, unbeschadet überstehen zu können.
Anfänglich nur mit den auch heute noch verwendeten, wichtigsten Verstärkungsblechen versehen,
wurde der Rahmen immer wieder weiter entwickelt. Es kamen kleinere Änderungen, neue
Halterungen, weitere Bohrungen etc. hinzu.
Der Herstellungsaufwand ist meiner Meinung nach heute beträchtlich.
Dazu kommt die spezielle Art der Herstellung.
Die Verstärkungen werden in einer ganz bestimmten Reihenfolge angebracht, um den
Schweißverzug
minimal zu halten.
Geschlossene Rohre bekommen vorher eine Entlastungsbohrung, um den Druck durch die
Hitze entweichen zu lassen.
Manche Rohre werden nachfolgend wieder mit dem Brenner erhitzt, damit der Verzug weiter
verringert wird.
Die verwendeten Bleche sind aus dem selben Material wie der Rahmen und so in ihrer Kontur
gewählt, daß der Rahmen noch ausreichend elastisch bleibt.
(zu viel "Verstärkung" könnte zu Rissen führen)
Das Know-How erstreckt sich selbstverständlich auch auf die neue Halterung
des, durch
die Verwendung der 1150er Schwinge notwendigen, Zentralfederbeins.
Darauf hält HPN ein Gebrauchsmuster, was sich insbesondere durch die intelligente
Einleitung
der Federkräfte, nahe der Schwingenaufnahme auszeichnet.
Alle mir bekannten Nachbauten/Plagiate, die mit fest eingeschweißten Streben zur
Kraftaufnahme
arbeiten, leiten die Kräfte anders in den Rahmen ein, was zu vorher nicht berechneten,
und daher auch nicht kalkulierbaren Belastungen führt.
Wobei ich mir sicher bin, daß sich die Erbauer darüber nicht mal genau im
Klaren sind.
Auch hier wird wieder deutlich, daß vieles an Wissen in diesem Rahmen-Umbau
steckt,
was der Sicherheit, Belastungsfähigkeit und Haltbarkeit dient, von HPN aber so nicht kommuniziert
wird.
Die Schlüsse daraus zu ziehen überlasse ich jedem selber.
Die Teile habe ich direkt nach Erhalt in der Werkstatt ausgepackt und
photografiert.
Alle Bilder findet ihr hier unten nachfolgend.
Durch anklicken erscheinen die ganz großen Bilder (mehrere MB), die auch einzelne Details
zeigen.
Zuerst mal die Bilder vom Rahmen:


Ein ganz wichtige Bereich ist der, der Verstärkungen
am zentralen Oberrohr, gleichzeitig
die Aufnahme einer Strebe.
Diese führt die kleine, restlichen Horizontalkräfte des Federbeins in die Rahmen.
Die bekannteren Details liegen am Steuerkopf:
Hier sind die Aufnahmen für den Hilfsrahmen links und
rechts am hinteren Rahmenteil:
Und der hintere Teil in der Ansicht:
...die Tankhalterung links.....
... und weitere Details.....
...sowie der vorder Anschluß für die
Paraleverstrebe:

Dazu kommt dann noch der bereits erwähnt Hilfsrahmen für
das Federbein, auch mal montiert:

Hier ein Bild der gekürzten Kardanwelle nebst dem
Getriebeadapter:
Und für Freunde des gepflegten Leichtbaus hier das "highlight", die
HPN-Rallye-Nabe:


Ich hab mir mal den Spaß gemacht, diese Nabe auf die Feinwaage zu
legen.
Das Ergebnis: 2.128 Gramm
Die BMW Seriennabe läuft da mit etwa 3.5 kg durch's
Ziel.....
also wird alleine damit über 1.000 g an ungefederten Massen eingespart !
Aber auch die Vorderradnabe von KTM glänzt mit geringem Gewicht.
Wer will kann ja spaßeshalber mal eine BMW-Nabe des Vorderrades wiegen.

Nochmal zum Thema Rahmenverstärkung:
Wie immer ist der Aufwand beträchtlich. Einige fragen sich da, ob man das
mit den Verstärkungen
nicht alles selber (und billiger) machen kann.
Grundsätzlich kann man alles.Alles eine Frage wie sinnvoll und wirtschaftlich das ist.
Wenn ich des Rahmen selber verstärke (oder verstärken lasse) dann brauch
ich erst mal
alle notwendigen Bleche in ST52/3. Diese sollten lasergeschnitten sein.
Ein Materialgutachten hilft beim TÜV auch erheblich.
Dann einen guten Schweißer mit entsprechendem Prüfnachweis (wg. TÜV), der auch sicher
>50,- € die Stunde nimmt.
Wegen des Dampfkesselrevisionsvereins, heute TÜV:
Ich weiß, daß es einige gibt, die immer und überall, alles "problemlos über'n TÜV bringen".
Deren Prüfer nicht so genau hinschaut und seinen Kompetenzspielraum weitestgehend
ausschöpft....... Schön für Euch !
Aber leider die Ausnahme und so nicht für alle praktikabel und einschätzbar.
Weiter mit dem Aufwand:
Der Schweißer kann Dir zwar alle Bleche anschweißen, aber kaum die ganzen Halterungen,
dazu fehlt im die passende Lehre zur korrekten Positionierung.
Also kriegst Du nur Rohmaterial, bei dem Du später auch wieder jede kleinste Halterung
nachträglich anschweißen mußt.
Dazu muß der Rahmen nach dem Schweißen gerichtet werden.
Auch da ist locker mal ein Hunderter fällig. An- und Abreise nicht gerechnet.
Und wenn wir alle Kosten zusammenzählen, kommen wir auf Summen, die sich
nicht soooo
weit von den bsplw. 1.390,- € für den Rahmen der HPN-Sport, also mit Zentralfederbein
entfernen.
Dazu dann die Federbeinhalterung für 179,- €, montierfertig !
Die Serienrahmenverstärkung liegt übrigens bei etwa 950,- €.
Die Preis stehen in der Umbauliste, die ihr hier runterladen könnt.
Ach ja, einige Teile kann man nur sehr schwer selber herstellen.
Darunter zähle ich z.B. den Getriebe-Adapter für die 4V-Kardanwelle.
Den kriegt man ohne eine HPN-Rahmennummer nicht für Geld und gute Worte....
Und dann fangen die Beschaffungsprobleme erst an.
Davon kann ich ein Lied singen. Das hatte ich mit dem orangenem Erdferkel auch mal versucht.
Heute weiß ich, daß ich für entsprechende Qualität gerne bezahle.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Klaus Pepperl (das "P" von HPN)
für die
Lieferung des einzelnen Rahmens und der Teile, bedanken !
Das ist keinesfalls selbstverständlich, auch wenn ich dafür bezahlt habe.
Im Normalfall liefert HPN nämlich nur Rolling-Chassis aus, wenn der Lenkkopfwinkel, wie bei
den Versionen "Sport" üblich, verändert wurde.
Und so ein Rolling-Chassis ist immer ein komplettes Fahrwerk mit Schwinge, Federbein, Gabel und
Rädern.
Und da HPN in der Herstellerhaftung steht, kann man verstehen,
wenn unkontrollierte
"Basteleien" ausgeschlossen werden sollen.
Unsere weitere "Basteleien", sprich, die Veränderung der Motorlage
durch BCD-Motorradtechnik,
könnt' ihr übrigens hier nachlesen.
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